Die Idee
"Die Gesellschaft muss ihr Unterrichtssystem ändern, wenn sie sich ändern will, weil sie, wenn sie sich nicht ändert und einschränkt und zum Großteil abschafft, bald an ihrem sicheren Ende ist.
Aber das Unterrichtssystem muss grundlegend geändert werden, es genügt nicht, immer wieder nur da und dort etwas zu ändern, alles gehört an unserem Unterrichtssystem geändert, wenn wir nicht wollen, dass die Erde nur mehr noch von unnatürlichen und von Unnatur zerstörten und vernichteten Menschen bevölkert ist."
Thomas Bernhard
Die Problematik, die hier von Thomas Bernhard zur Sprache gebracht wird, nämlich, dass unser "Lernen" eigentlich ausschließlich über den Intellekt statt findet und dadurch Türen für lebensnotwendige Räume nicht geöffnet werden, kann nicht alleine von der Schule gelöst werden.
Unser Leben, die Gesellschaft hat sich dahin entwickelt, dass eigentlich niemand mehr die Zeit hat, dieser Anforderung gerecht zu werden. Lehrer müssen den Lehrplan meistern, die Eltern sind berufstätig usw. übrig bleiben Kinder und Jugendliche in einer sprachlosen Welt, in der Computer und TV die Oberhand gewinnen.
Später in die Berufswelt entlassen, sehen sie sich konfrontiert mit den Bedürfnissen der Wirtschaft mit geforderter Flexibilität, Projekt bezogenen Anstellungen, geforderter Kreativität. Was nun?
Den ersten Eindruck eines Menschen vermitteln die Sprache, die Körpersprache, Präsentationsfähigkeit, Phantasie, zuhören können und Wahrnehmung des Gegenüber. Das alles aber wurde nicht gelehrt, obwohl der Kopf voll mit Wissen ist.
Wie oft haben wir erfahren, dass in vielen Fällen die besten Studenten nicht zu Vorträgen entsandt werden können, weil sie diese Aufgabe oft rein sprachlich nicht bewältigen können. Beispiele dieser Art könnten bis ins Unendliche fortgesetzt werden.
Diesen Mängeln gilt es nun Abhilfe zu schaffen, und ich sehe darin eine Aufgabe, die ich gerne von der künstlerischen Seite her in Angriff nehmen möchte. Die Kunst muss diese Aufgabe, die nur durch sie, durch die Kunst, gelöst werden kann, aufgreifen und Hilfestellung geben.
Nur über die Kunst lösbar deshalb, weil der Ansatz auf gar keinen Fall wieder über den Intellekt kommen darf. Es müssen nämlich diese noch verschlossenen Räume Seelenräume geöffnet werden, denn nur dann findet wirkliches Lernen statt und wir haben die Chance, uns Fähigkeiten zu erarbeiten, die für unsere Zukunft lebensnotwendig sind.
Ricky May
 
 
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