"Wut"
ist eine schroffe, dramaturgisch radikal voran getriebene Tragödie des Zusammenpralls zweier Kulturen, die einander zutiefst fremd sind; das pessimistische Bild gescheiterter Integration und eklatanter Hilflosigkeit auf beiden Seiten. Hilflos ist die ungezügelte Wut des Hass erfüllten Türken Can, und als genauso hilflos in ihrer Weltfremdheit erweist sich auch die Liberalität des österreichischen Vaters Simon.
Inhalt
Der Anführer einer österreichisch-türkischen Jugendgang schikaniert den Sohn eines angehenden Universitätsprofessors. Dieser mischt sich gegen den Willen seines Sohnes ein, zunächst mit einem Gespräch mit dem Betreffenden, dann mit dessen Vater, schließlich mit einer Anzeige wegen Drogenhandels, die die Verstoßung des jungen Österreichtürken aus seiner Familie nach sich zieht. Es entsteht eine explosive Mischung aus Wut, Demütigung und Ohnmacht. Mit eskalierender Brutalität wird die Familie des Universitätsprofessors tyrannisiert, dessen Sohn zunehmend von seinem Peiniger fasziniert und seinem Vater angewidert ist, bis der am Ende in einem Gewaltausbruch den Türken tötet.
Die beiden Kulturen verstehen einander nicht. Wenn die jeweils erwartete Reaktion nicht kommt, weil die anderen eine andere Art der Kommunikation gewohnt sind, entsteht Wut.
Es geht auch um männliche Strukturen. Aus der Macht bzw. Ohnmacht einerseits und Demütigungen andererseits entsteht ein explosives Potenzial, das letztlich im Laufe des Stückes bis zum Mord eskaliert.
Das Stück beinhaltet sowohl Unterschiede in Kultur als auch in der Gesellschaftsschicht. Gezeigt wird ein Bild von sozialen Kulturen, von Wertbegriffen wie Ehre, Statussymbole, etc. Ratlosigkeit und Unverständnis münden in Aggression.
Filmkritik, Zuschauerquoten
Wut
wurde schon vor der Ausstrahlung von der Kritik hoch gelobt. So nannte z. B. Peter Luley von der Süddeutschen Zeitung Wut „den mit Abstand beste[n] Fernsehfilm der Saison“. Selbst die Katholische Nachrichten-Agentur konstatierte, dass der als „hartes TV-Drama“ (TV Hören + Sehen) angekündigte Film „zu den herausragenden Fernsehereignissen des Jahres“ gezählt werden müsse.
Auszeichnungen für den Film
Adolf-Grimme-Preis 2007
- In der Begründung der Grimme-Preis-Jury heißt es u. a.: Was für ein kühnes, interkulturelles Drama. Ein Thriller, der die Probleme von Jugendlichen mit Wagemut thematisiert. „Wut“ ist eine schroffe, dramaturgisch radikal voran getriebene Tragödie des Zusammenpralls zweier Kulturen, die einander zutiefst fremd sind;
das pessimistische Bild gescheiterter Integration und eklatanter Hilflosigkeit auf beiden Seiten
Prädikat „besonders wertvoll“.
Nominierung für den 3sat-Zuschauerpreis 2006
„besondere Anerkennung“ durch die Deutsche Akademie der Darstellenden Künste
Goldene Kamera 2007 als „Bester Film“ New Yorker Gold World Medal 2007
Golden Gate Award San Francisco 2007
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