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Die Blinden, die Tauben und andere Geilisten
Monolog für eine Schauspielerin von Franzobel Uraufführung
Eine Erstfassung des Textes wurde im Echoraum gezeigt
european grouptheater
Fidele, devote Wirtstöchter erhöhen den Umsatz - und Missbrauch gehört offenbar zum Wirtsgeschäft: Ingeborg Bachmann Preisträger Franzobel wühlt mit seinem bissigen Text in der Sumpfidylle der Provinz.
Die Schrammelmusik von Karl Hodina für dramaturgische Pausen lullt zwar ein. Dazwischen verpasst uns Regisseur Peter Wolsdorff aber harten Tobak.
Ricky May breitet traumatisiert ihr zerstörtes Innenleben aus. Sie fühlt sich als Müll, als verbrannter saurer Regen, klammert sich verzweifelt an die Hoffnung der Aschnblume, irrt von Wohnung zu Wohnung und lebt mit leeren Umzugskartons, weil es nichts Wertvolles gibt im Leben der so fidelen Wirtstochter. Franzobels Text trieft vor Klischees, schmerzt aber gerade deshalb. Ricky May spielt ihre ohnmächtige Verzweiflung so überzeugend, dass man Angst um sie bekommt.
Auszug - Kronen Zeitung/Rüdiger Rausch
Schauspielerin Ricky May lässt den in deftiger Volkstheater-Dikition gehaltenen Text Franzobels wie einen unnachgiebigen Auswurf über die Lippen. Die Drastik des Inhalts verdoppelt May durch ihre furiose Verkörperung.
Auszug - Der Standard/afze
Ricky May erzählt als Resi von ländlicher Tristesse, Gewalt und Frauen und Pfarrersmoral. Unpatetisch, manchmal zornig, meist lakonisch. In der Abgeschiedenheit ist man halt ausgeliefert.
Regiesseur Peter Wolsdorff stellt May zwischen Übersiedlungskartons. Aus Paketschnüren und einer Tuchent bastelt sie sich ein Kind. Einen Zuhörer. Beklemmend ist das. Wie die Heurigenmusik, die Karl Hodina zum Stück geliefert hat.
Auszug - Kurier/Michaela Mottinger
In dieser ergreifenden und mit erschreckender Offenheit gezeigten Aufführung glänzt Ricky May als grandiose Darstellerin.
Sie erzählt aus ihrem Leben als Wirtstochter, in dem sie echte Liebe nie kennenlernte. Ohne Intimsphäre, immer in Angst lebend und allen gehorchend, begleitet sie ein Leben lang der Gedanke an Selbstmord . Sie erzählt vom Vater, der dem Alkohol verfallen war und die Mutter misshandelte. Wir erfahren aus dem tristen Leben ihrer Oma und ihrer Mutter, von der Scheidung der Eltern, von ihren zwei Schwestern und dass es in ihrem Leben nur derbe Sprüche und sexuelle Belästigungen gab. Man kann sich den dargebotenen Gefühlen und dem starken Ausdruck der Darstellerin nicht entziehen. Unwillkürlich leidet und zittert man mit der geschundenen Gestalt.
Eine einfühlsame Regie und die tiefgreifende Schauspielkunst von Ricky May machen den Abend zu einem anspruchsvollen Kulturerlebnis.
Hannelore Halper „Die Virtuelle“
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Weill ohne Brecht
european grouptheater
Einen anregenden schauspielerischen Kraftakt hat Ricky May ihrem Publikum mit ihrem neuen Soloprogramm „Weill
ohne Brecht“ zu bieten. In „Weill ohne Brecht“ eine Achterbahnfahrt durch Leben und Liebe von Kurt Weill
und Lotte Lenya, spielt sie sowohl den Komponisten als auch seine zweimalige Ehefrau. Rührend, wenn er die große
Liebe mit der Musik seines Idols Beethoven vergleicht. Neben lockeren Etappen, denen Anekdoten Leben einhauchen, streift
sie auch die Mühsal des Exilantendaseins. Alles gewürzt mit Weills Liedern.
Die Presse
Das european grouptheater unter der Leitung von Ricky May wählt einen umfassenden Zugang:
„Weill ohne Brecht“ widmet sich dem Leben eines der interessantesten Künstlerpaare der jüngeren Musikgeschichte.
Ricky May singt, tanzt und erzählt als Lotte Lenya über Höhen und Tiefen ihrer Ehe mit Kurt Weill.
Gekonnt zeichnet Regisseur Peter Wolsdorff Lenyas Beziehung zu Weill, die sich im gleichen Maße verändert
wie ihre Liebe zur Neuen Welt. Mays Gesang fügt sich nahtlos ins Geschehen ein. Ein kurzweiliges Stück!
Kronen Zeitung
.....und auch sonst zeichnet Ricky May beim Soloprogramm „Weill ohne Brecht“ den
Augsburger Dichter Brecht als arrogantes Ekel....
Es sind subjektiv gefärbte Ausbrüche, in denen Ricky Mays zweifellos ambitioniertes Soloprogramm Charme
und frisch-freche Kontur gewinnt.
Der Standard
Als die Kunst in die Emigration gehen musste.
In schlichter, unspektakulärer und doch auch sehr komödiantischer Form wird hier vom Leben und Schaffen
Kurt Weills erzählt. Ricky May gestaltet hervorragend die zwei unterschiedlichen Charaktere. Sie lässt
das Publikum miterleben, wie schwierig, wie aufregend, wie chaotisch und wie wunderbar alles war. In dem schlichten
Bühnenbild von Eduard Neversal und mit der einfühlsamen Klavierbegleitung von Thomas Bartosch zeigte sich hier
eine neue Ricky May: facettenreich, farbig, überschäumend und doch auch unendlich schlicht, wie man sie so noch nie gesehen hat.
Wiener Zeitung
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